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Erfahrungsbericht vom 10. Moot Court

Unsere Erfahrung mit dem kleinen Moot Court zum Bürgerlichen Recht lässt sich leicht zusammenfassen: Hier fünf Gründe, warum ihr unbedingt teilnehmen solltet.

1. Mut zeigen
Die größte Hemmschwelle für die meisten Teilnehmer war wohl die Angst vor dem Unbekannten. Vor fremden Anwälten, Richtern und Professoren reden? Wie hält man denn ein Plädoyer? Schaffe ich das neben der Uni? Unser Tipp: Meldet euch einfach an, dann könnt ihr gar nicht lange hin und her überlegen. In der Regel fangen alle Teilnehmer von Null an. Außerdem werdet ihr von Recht Aktiv mit Stimmtraining, Einführungsveranstaltungen, einem Skript und der Analyse von Probevorträgen hervorragend vorbereitetet und begleitet. Ein Juror sagte nach der Runde zu uns, dass er sich in seiner eigenen Studienzeit nicht getraut habe, bei einem Moot Court mitzumachen - der Teilnahmeschein zeichnet euch also auch ein kleines bisschen für euren Mut aus.
Egal wie weit ihr es bei dem Moot Court schafft, ihr könnt danach stolz auf euch sein. Nicht viele Studenten wagen diesen Schritt und wissen nicht, was ihnen entgeht.

2. Selbstbewusstsein
Die Professoren sagen es euch immer wieder - und das ist wie mit den Eltern: Irgendwann merkt man, dass manches was sie sagen, gar nicht so dumm ist. Es ist keine gute Idee, bis zum Ende des Studiums nur stumm in der Mitte der Hörsaalreihe zu sitzen, um sich nach ein paar Jahren plötzlich in der mündlichen Prüfung wiederzufinden - oder noch etwas später gar in einer echten Gerichtsverhandlung. Denn dort ist man gezwungen zu reden. Der Moot Court ist die allerbeste Übung, die es dafür nur gibt - mit Sicherungsleine und Fangnetz. Es ist ein gutes Gefühl, es hinter sich gebracht zu haben. Und wenn es gut läuft, macht es natürlich auch Spaß. Gerade diejenigen, die sich mit dem Sprechen vor anderen schwertun, haben hier eine tolle Möglichkeit, das zu üben. Schon während des Stimmtrainings merkte man deutliche Verbesserungen unter den Teilnehmern, die an Festigkeit in der Stimme gewannen.

3. Freunde finden
Obwohl die Teilnehmer in einem Wettstreit gegeneinander antreten, war die Atmosphäre unter den Studenten in unseren Augen sehr herzlich und der Kontakt eng. Man hilft sich gegenseitig und lernt dabei schnell alle kennen. Auch dass alle nervös sind, schweißt die Gruppe zusammen. Spätestens beim gemeinsamen Stimmtraining fallen alle Hemmungen, denn A's und O's in allen Stimmlagen sind doch sehr witzig - aber auch sehr wichtig. Der Moot Court ist daher eine Gelegenheit, viele der grob bekannten Gesichter aus dem Hörsaal und der Bib näher kennen zu lernen und dabei Freundschaften zu schließen. Nicht selten ging es nach den Gerichtsverhandlungen in den verschiedenen Kanzleien mit einem Großteil der Teilnehmer und Veranstalter noch auf ein letztes Kölsch in eine Kneipe. Gemeinsam ließ man den Abend ausklingen, bevor es am nächsten Tag an den nächsten Fall ging.

4. Kontakte knüpfen
Kölsch mit den Professoren im OLG, Kickern mit den Anwälten bei GÖRG: Als Teilnehmer lernt man in kurzer Zeit einen kleinen Teil der juristischen Welt außerhalb der Uni kennen. Wer schon immer mal einen Blick in die Kranhäuser, das OLG und weitere spannende Orte werfen wollte, hat mit dem Moot Court eine tolle Gelegenheit dazu. Nach jeder Runde bleiben zumindest einige der Juroren da und trinken mit den Teilnehmern und Zuschauern das ein oder andere Glas Bier, Wein oder Sekt. Es kann einerseits spannend sein, bei lockerer Atmosphäre Geschichten aus dem Berufsalltag fertiger Juristen zu erfahren. Und auf der anderen Seite wäret ihr nicht die ersten, bei denen sich ein gelungener Auftritt beim Moot Court zu einem Praktikum entwickelt. Zudem geben die Juroren einem gerne Tipps für das weitere Auftreten im Moot Court und finden aufmunternde und auch ehrliche Worte für diejenigen, die leider die Runde nicht gewonnen haben.

5. Spaß
Mit neuen Freunden, Erfolgserlebnissen und vielen gemeinsamen Abenden, steht dem großen Spaß nichts mehr im Weg. Natürlich ist der Wettbewerb mit viel Aufwand verbunden, da es sich bei dem BGB-Moot Court nun mal um eine Veranstaltung während des Semesters handelt. Auch wenn dieser nur auf vier Wochen angelegt ist, sind diese Wochen sehr zeitintensiv und zwischenzeitig weiß man nicht mehr, wo einem der Kopf steht. Die Vorbereitung der Plädoyers ist aber eine ganz andere Art und Weise des "Lernens" als man es aus der Klausurphase kennt. Man versucht auf einmal nicht aus einer neutralen Sicht, sondern aus der Sicht seines Mandaten das Beste aus dem Fall herauszuholen (A und B sind auf einmal nicht mehr nur Käufer und Verkäufer, sondern Mandat und Gegner!). Diese etwas andere Perspektive machte die juristische Arbeit sehr reizvoll. Aus der Retroperspektive wird euch daher jeder sagen, dass es sich gelohnt hat. Wir kennen jedenfalls niemanden, der seine Teilnahme bereut. Und das spricht ja wohl für die Veranstaltung.

Fazit: Insgesamt hatten wir also eine Menge Spaß und haben dabei auch noch so manches gelernt, was in keinem Buch steht. Worauf wartet ihr also noch - macht mit! Solltet ihr noch Fragen haben, hilft euch das Team von Recht Aktiv immer weiter. Unserer Meinung nach geht es bei dem BGB-Moot Court auch gar nicht ums Gewinnen. Wie so häufig lautet die Devise: Dabei sein ist alles. Schon durch die Teilnahme zeigt man Stärke und gewinnt nur dazu.

Frauke Tepe und Severin Rüger