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Regelwerk des Moot Courts


Regeln des Moot Courts zum Bürgerlichen Recht


I. Teilnahmebedingungen

Teilnahmeberechtigung

1.     Teilnahmeberechtigt sind Jurastudierende ab dem 2. Fachsemester.

2.     Die Teams bestehen aus zwei Studierenden pro Team. Die Teilnehmer können sich bereits als Team zum Wettbewerb anmelden. Andernfalls wird die Zusammensetzung der Teams in der Auftaktveranstaltung ausgelost. Wer an der Auslosung teilnimmt, verpflichtet sich zur Teilnahme am Wettbewerb.

Ausschluss bei Abwesenheit, Krankheit

3.     Ein Team, das in einer Wettbewerbsrunde nur mit einem Teammitglied antritt, scheidet deswegen nicht automatisch aus dem Wettbewerb aus. Es kann aber nur gewinnen, wenn dieses Mitglied die Rolle des abwesenden Teammitglieds übernimmt und gleichzeitig nachgewiesen wird, dass das abwesende Teammitglied unverschuldet fehlt. Im Falle einer Krankheit sollte ein Attest vorgelegt werden. Die Beweislast trägt das von der Abwesenheit betroffene Team. Fehlt dasselbe Teammitglied auch in einer weiteren Runde, scheidet das Team damit umgehend aus.

Der endgültige Ausstieg eines Teammitglieds führt zum Ausscheiden des Teams. Dies gilt auch, wenn der Ausstieg krankheitsbedingt oder aufgrund vergleichbarer Umständen erfolgt.

 

II. Allgemeine Prozessregeln

Öffentlichkeit

1.     Die Verhandlungen sind öffentlich. Teilnehmer am Wettbewerb dürfen Verhandlungen jedoch nicht beiwohnen, soweit sie in einer darauf folgenden Verhandlung derselben Wettbewerbsrunde denselben Fall plädieren.

2.     Zuhörer dürfen den Parteien keine Hinweise geben. Parteivertreter dürfen keine Hinweise annehmen. Wird hiergegen verstoßen, kann dies zum Ausschluss des durch Hinweise begünstigten Teams führen. Die Entscheidung treffen die Wettbewerbsorganisatoren.

Zusammensetzung des Gerichts

3.     Jedes Gericht soll mit drei Mitgliedern besetzt sein. Das Gericht bestimmt seinen Vorsitzenden. Dieser führt die Verhandlung und verkündet die Entscheidung. Alle Mitglieder des Gerichts dürfen zu jeder Zeit Fragen an die Parteivertreter richten. Im Falle der kurzfristigen Verhinderung von Richtern ist ein Gericht auch dann beschlussfähig, wenn nur ein Richter an der Sitzung teilgenommen hat. Soweit einer der Richter eines der Teammitglieder kennt, wird dies den anderen Richtern angezeigt, ein Ausschluss von der Verhandlung ist jedoch nicht erforderlich.

Durchführung der Plädoyers

4.     Die Parteien haben im Wesentlichen dieselbe Sprechzeit. Jede Partei hat für ihren Vortrag 16 Minuten zur Verfügung. Beide Teammitglieder einer jeden Partei müssen vortragen. Die Zeit dürfen die Teammitglieder frei untereinander aufteilen. Die jeweilige Sprechzeit ist dem Gericht vor dem Plädoyer anzuzeigen. Das Gericht kann nach eigenem Ermessen eine kurze Verlängerung der Sprechzeit (2–3 Minuten) gewähren. Hiervon kann Gebrauch gemacht werden, wenn ein Parteivertreter durch Fragen in erheblichem Maße vom Plädieren abgehalten wurde. Bei der Sprechzeitverlängerung ist aber auch die Ausgewogenheit der Sprechzeit beider Parteien zu beachten. Im Anschluss an die Plädoyers beider Seiten kann beiden Parteien nochmals Gelegenheit zu einer kurzen Erwiderung gegeben werden. Dieser Teil der Verhandlung kann auch als Diskussion gestaltet werden. Eine Verhandlung sollte die Dauer von 60 Minuten nicht überschreiten.

Für die Finalverhandlung ändern sich die Regeln mit der Maßgabe, dass den Parteien für ihren Vortrag jeweils 20 Minuten zur Verfügung stehen.

Gestaltung, Reihenfolge der Plädoyers

5.     Das Gericht hört zunächst die Klägerseite, dann die Beklagtenseite. Hiervon kann etwa in Fällen abgewichen werden, in denen es vorzugswürdig erscheint, nach dem Plädoyer der einen Seite zu einer abtrennbaren Fragestellung zunächst die Gegenseite zu hören, bevor zu einem neuen Thema übergewechselt wird. Die Parteivertreter dürfen während des Vortrages vom Gericht jederzeit durch Fragen unterbrochen werden.

 

III. Bewertung und Entscheidung

Wertungskriterien

1.     Bei der Bewertung der Plädoyers orientiert sich das Gericht an folgenden Kriterien:

  • Rhetorik (insbes. freie Rede),
  • Struktur und Klarheit des Vortrags,
  • Argumente (Fundiertheit, Sachlichkeit, Überzeugungskraft, Vertretbarkeit),
  • Höflichkeit (auch der gegenüber der anderen Partei),
  • Beantwortung von Fragen, Flexibilität, Kreativität und Fähigkeit (etwa in der anschließenden Diskussion), auch spontan Argumente jenseits des Plädoyers zu entwickeln und schließlich
  • Berücksichtigung der Mandanteninteressen in einer etwaigen Vergleichsverhandlung

Entscheidung

2.     Im Anschluss an die Verhandlung zieht sich das Gericht kurz zur Beratung über den Ausgang der Verhandlung zurück. Anschließend verkündet und begründet der Vorsitzende die Entscheidung. Ein Team gewinnt und verliert gemeinsam. Die Richter dürfen nicht ein Teammitglied der einen Seite und gleichzeitig eines der anderen Seite gewinnen lassen. Als Zeichen des Erfolges überreicht das Gericht dem Siegerteam den Fall für die nächste Runde.